• 1899 Hoffenheim
    2015 - 2016

  • Dinamo Moskau
    2010 – 2015

  • FC Schalke 04
    2005 – 2010

  • VfB Stuttgart
    2001 – 2005

Über mich

  • Name: Kevin Kurányi
    Position: Angriff
    Rückennummer: 22
    Fuß: rechts
    Nationalität: Deutsch, Brasilianisch, Panamaisch
    Geburtsdatum: 02.03.1982
    Familienstand: verheiratet
    Meine Vereine: 1899 Hoffenheim, Dinamo Moskau, FC Schalke 04, VfB Stuttgart, Sporting Panama, Serrano FC
  • Rio de Janeiro. Die brasilianische Metropole ist der Traum aller Scouts. Weil sie hier nur einmal die Copacobana rauf und runter schlendern müssen und schon ein Dutzend Talente gesehen haben. Hier wird Kevin Kuranyi am 2. März 1982 geboren. Seine Wurzeln: multikulturell. Der Vater ist Deutscher, die Mutter stammt aus Panama. Kevin wächst in Rio und Panama auf, mit sechs Jahren nimmt ihn der Vater eines Freundes mit zum Kicken. Kevin hat eine Menge Spaß, aber noch ist überhaupt nicht abzusehen, dass er eines Tages ein Topstürmer wird. "Wenn meine Freunde Mannschaften gemacht haben, wurde ich immer als einer der Letzten gewählt", erinnert er sich lachend, "das hat mich ziemlich geärgert." Ein Zustand, der sich bald ändern sollte. Mit 16 Jahren kommt Kevin nach Deutschland. Er absolviert ein Probetraining beim VfB Stuttgart, wo sie äußerst erfreut sind über den unerwarteten Zugang. Kevin durchläuft die B- und A-Jugend, der damalige Jugendkoordinator Thomas Albeck schwärmt: "Er ist eines unserer herausragendsten Talente der letzten Jahre." Ein Urteil, das Kevin in den kommenden Jahren bestätigen wird.

    Als im Sommer 2001 die Vorbereitung der VfB-Profis auf die neue Bundesliga-Saison beginnt, hat eigentlich kaum jemand Kevin Kuranyi auf der Agenda – außer Trainer Felix Magath. Er fordert und fördert den damals 19-Jährigen. Ein paar Wochen später erklärt der Coach: "Kevin ist ein Gewinner der Vorbereitung. Der Junge ist unverdorben, versucht immer etwas, hat keine Angst und will vor allem immer Tore machen." Die logische Folge: Als der VfB am 28. Juli gegen den 1. FC Köln in die Saison startet, steht Kevin in der Startelf. Die Partie endet 0:0, doch Spielmacher Krassimir Balakov ist sich sicher: "Kevin wird noch viele Tore für uns schießen." Am Ende werden es in 99 Bundesligaspielen für den VfB 40 Treffer. Und: Kevin sorgt mit den "Jungen Wilden" auch in Europa für Furore. In der Champions League wird beispielsweise das große Manchester United mit 2:1 besiegt. An diesem Abend feiert ganz Stuttgart seine Helden und Kevin sagt noch heute: "Das war ein unvergessliches Erlebnis." Das gilt auch für den 29. März 2003. Beim 1:1 zwischen Deutschland und Litauen in der EM-Qualifikation feiert Kevin sein Länderspieldebüt. Insgesamt hat er für die DFB-Elf in 52 Partien 19 Mal getroffen.

    Im Sommer 2005 entscheidet sich Kevin dafür, eine neue Herausforderung anzunehmen. Er wechselt zum FC Schalke 04. Der Anfang beim Traditionsklub ist schwer, viele Anhänger stehen dem Neuzugang skeptisch gegenüber. Es gibt Pfiffe, doch Kevin lässt sich nicht beirren. Er sagt: "Es ist normal, dass die Erwartungshaltung hoch ist." Und dann macht er, was er am Besten kann: Er kämpft, rennt – und trifft. In der ersten Saison schießt er zehn Tore, in der zweiten sowie dritten jeweils 15 und in der vierten 13. Die Pfiffe der Fans sind Vergangenheit. "Ich fühle mich richtig wohl hier", sagt Kevin, "Schalke ist ein fantastischer Klub mit fantastischen Anhängern." Im Dezember erzielt er seinen 100. Bundesligatreffer, mit 27 Jahren. 100 Bundesligatreffer – das ist in der gesamten Geschichte von Deutschlands höchster Spielklasse bisher nur zehn Spielern gelungen, die jünger als Kevin waren. Der letzte hieß vor über 20 Jahren Rudi Völler. Und: Kevin hat nun in acht Spielzeiten hintereinander zweistellig getroffen. Besser waren in der Bundesligageschichte nur Manfred Burgsmüller und Gerd Müller.

    Nachdem Kevins Vertrag bei Schalke 04 am 30. Juni 2010 ausläuft, entscheidet er sich für ein neues Abenteuer und wechselt zum russischen Erstligisten FK Dinamo Moskau. Neuer Klub, neues Land, alte Stärke: In 16 Saisonspielen trifft Kevin neunmal und verpasst so nur knapp seine neunte Saison mit zweistelliger Trefferzahl. "Ich hatte ja auch nur eine halbe Saison Zeit, insofern kann ich damit leben", sagt er und lacht, "im Ernst, ich gebe auf solche Zahlenspiele nicht viel. Wer mich kennt weiß, dass mir das Wohl der Mannschaft seit jeher wichtiger ist als mein Tore-Konto." Einen Titel kann Kevin nach einer halben Saison in Moskau auch schon vorweisen: Dinamo-Fans wählen ihn zum Spieler der Saison. Ehre und Freude für den Stürmer. Auch die folgenden vier Jahre sind erfolgreich. Dinamo gehört zu den Spitzenteams der Liga, sorgt vor allem in der Saison 2014/2015 in der Europa League für Furore – und Kevin trifft in jeder Saison zweistellig. Doch nicht nur sportlich ist er eine Stütze. Als Vize-Kapitän führt er die Mannschaft und sorgt für einen tollen Teamgeist. Am Ende steht ein emotionaler Abschied. Kevin wird in seinem letzten Spiel für Dinamo von Mitspielern, Verantwortlichen, Fans und sogar vom Gegner gefeiert.

    Kevin verlässt Moskau schweren Herzens. Dinamo wollte den Vertrag mit ihm zwar verlängern, doch die Familie möchte nach fünf Jahren zurück nach Deutschland. Und ganz in der Nähe zu seiner Heimatstadt Stuttgart findet er auch einen neuen Verein: die TSG 1899 Hoffenheim. Der Start dort ist für Kevin nicht optimal, da er erst sehr spät in der Vorbereitung zur Mannschaft stößt. Zudem sorgen zwei Trainerwechsel (Markus Gisdol – Huub Stevens – Julian Nagelsmann) auch nicht gerade für einen ruhigen Saisonverlauf. Abseits des Rasens jedoch fühlt Kevin sich extrem wohl. Nicht nur, weil er wieder in der Heimat ist, sondern auch weil er sich in einer neuen Rolle schnell gut einfindet: Mit seiner großen internationalen Erfahrung, seinen vielfältigen Sprachkenntnissen und seiner kommunikativen Art ist er nicht nur für junge Spieler ein wichtiger Orientierungspunkt und Integrationsfigur in der Kabine. Zu einer weiteren Zusammenarbeit mit der TSG kommt es aber nicht. Kevin beschließt, die Kickstiefel an den Nagel zu hängen und fortan als Spielerberater mit seiner eigenen Agentur 22Sportsmanagement durchzustarten.

  • Kevin, wir wollen Dich warnen.
    Das ist nett von euch.
    Es wird gleich wahnsinnig kompliziert.
    Ich bin bereit. Legt los.
    Wir wollen Deine Wurzeln klären.
    (Lacht.) Da habt ihr euch ja einiges vorgenommen.
    Versuchen wir es trotzdem. Wo kommt der Vater her?
    Er ist aus Deutschland - aber in Paris geboren. 
    Die Mutter?
    Aus Panama.
    Wie der Opa?
    Nee, der kommt aus Ungarn.
    Wie wahrscheinlich auch der Uropa.
    (Grinst.) Der ist Däne.
    Und als was fühlst Du Dich?
    Als Weltbürger.
    Der sich entschieden hat, für Deutschland zu spielen.
    Das ist so. Ich denke auch, dass ich vor allem von den deutschen Einflüssen geprägt wurde – auch wenn mein südländisches Temperament manchmal aus mir herausbricht.
    Zum Beispiel als Du damals beim Länderspiel Deutschland – Russland in der Halbzeit das Stadion verlassen hast?
    Der Klassiker. (Lacht.)
    Die Frage bekommst Du wahrscheinlich auch nach all den Jahren immer wieder gestellt.
    Das stimmt. Daran wird sich wahrscheinlich auch nichts mehr ändern.
    Und Deine Antwort darauf?
    Ich weiß, dass ich damals Mist gebaut habe. Aber das war in diesem Moment alles etwas viel für mich. Ich war enttäuscht, dass ich nicht im Kader stand. Und dann saß ich als Schalke-Spieler in Dortmund mitten auf der Tribüne und wurde von einigen Zuschauern beschimpft. Da sind mir die Sicherungen durchgebrannt. Auch wenn ich natürlich weiß, dass es die falsche Reaktion war. Und ich habe mich ja auch mehrmals dafür entschuldigt.
    Ohne diesen Vorfall wärst Du 2014 vielleicht Weltmeister geworden.
    Das ist aber eine sehr gewagte These. Und ganz ehrlich: Darüber denke ich überhaupt nicht nach. Ich freue mich einfach enorm für die Jungs, dass sie den Titel völlig verdient geholt haben. Schließlich waren da einige Freunde von mir dabei wie Manuel Neuer, Mario Götze, Bastian Schweinsteiger oder Mesut Özil. Außerdem habe ich ja trotzdem einen kleinen Beitrag geleistet.
    Wie das?
    Ich habe jedem Nationalspieler vor der WM ein Glücksarmband geschenkt. Es scheint seine Wirkung nicht verfehlt zu haben. (Lacht.)
    In dieser Zeit warst Du bei Dinamo Moskau unter Vertrag. Insgesamt hast Du fünf Jahre in Russland gespielt. Eine spannende Zeit?
    Spannend. Und toll. Ich habe fünf super Jahre in Moskau verbracht. Meine Familie und ich haben uns dort sehr wohlgefühlt.
    Auch sportlich lief es gut für Dich. Du hast die Mannschaft sogar als Kapitän aufs Feld geführt.
    Eine große Ehre für einen Ausländer, das hat mir viel bedeutet – weil es auch ein Zeichen war, dass man mich nicht nur als Spieler, sondern auch als Persönlichkeit geschätzt hat.
    Trotzdem hast Du Dich für eine Rückkehr nach Deutschland entschieden. Dein letztes Jahr als Aktiver bei 1899 Hoffenheim wirst du wohl nicht in bester Erinnerung behalten?
    Das ist nicht wahr. Klar lief es sportlich nicht mehr ganz so, wie ich es mir erhofft hatte, aber dafür gab es einige Gründe und ich habe meine Rolle auch mehr und mehr als eine andere gesehen.
    Inwiefern?
    Je erfahrener ich wurde, desto besser wurde mein Gefühl für junge Spieler. Oft wusste ich einfach „Der wird ein Großer“ oder „Der Junge sollte erst mal seinen Kopf klar bekommen“.
    Der Torriecher wurde zum Näschen für Talente?
    Sozusagen. Im Laufe meines Lebens und meiner Karriere habe ich ein Netzwerk aufgebaut und meine Beziehungen stets gut gepflegt. Dies gepaart mit meinen eigenen Erfahrungen und Lektionen setze ich nun als Spielerberater für andere ein – mit demselben Ehrgeiz, mit dem ich zuvor auf Torejagd gegangen bin.

Stationen

Brasilien

Brasilien ist das Land des Sambas, des Karnevals und natürlich des Fußballs. Es ist das fünftgrößte Land der Erde – und mein Geburtsland.

Panama

Panama ist vor allem bekannt für den großen Panamakanal. Mir ist das Land besonders wichtig, da es die Heimat meiner Mutter ist.

Stuttgart

Die schwäbische Metropole ist zu meiner Heimat geworden. Bekannt ist sie für Autos, HipHop – und natürlich für den VfB.

Schalke

Der Pott ist ein besonderer Ort. Unter Tage wird malocht. Über Tage ist der Fußball Religion – und der einzig wahre Glaube hier ist S04.

Moskau

Moskau ist viel mehr als Kälte und Kreml. Moskau ist eine traumhafte Weltstadt – die auch sehr guten Fußball zu bieten hat.

Hoffenheim

Es war schön, wieder ins Ländle zurückzukehren und hier wieder arbeiten zu können. Mir gefällt die Region Rhein-Neckar. die wunderschöne Altstadt in Heidelberg – und die Nähe zu meiner Familie in Stuttgart.

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